Nov 19 2012

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Hinter schwedischen Gardinen (in Finnland)

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In unserer Kategorie Unterkünfte geht es heute gen Norden, nach Finnland. Und dort gleich hinter schwedische Gardinen, frei nach dem Motto: ‚Du begibst dich direkt in das Gefängnis, du geht nicht über Los…‚ und wir landen im:

Katajanokka Hotel

Wir hatte euch ja bereits das mittelalterliche Tallinn vorgestellt, das wie Helsinki am finnischen Meerbusen liegt. Durch regelmäßigen Fährverkehr sind beide Hauptstädte ideal für eine gemeinsame Ostsee-Reise gelegen. Für uns ging es mit AirBaltic über Riga nach Helsinki.

Nach einer kurzen Fahrt mit dem Bus vom Flughafen, steht man Koffern und Taschen vor meterhohen Mauern, aus denen lange Zeit niemand fliehen konnte. Nur ging es für uns hinein statt heraus und so wurden wir nett vom schwarz-weiß gestreift gekleideten Personal in Empfang genommen. Das Auge bleibt an Mauern mit Wandstärken von bis zu einem Meter, großen Stahltüren und großen Gängen zu den Zellen hängen. Erbaut um 1837 wurde es knapp 50 Jahre später nach dem Philadelphia Gefängnis-Modell erweitert, welches dem Hotel sein heutiges Aussehen gab.

Durch die Zellentüren gelangt man in die sehr modernen und hellen Zimmer, die aus zusammengelegten Zellen entstanden sind. Die wenigen Gefängnisfenster mit den Schwedischen Gardinen wurden um zusätzliche Durchbrüche erweitert, die den Blick auf den Gefängnishof freigeben.

Das Frühstück kann man sich am nächsten Morgen standesgemäß mit Blechteller und -tasse am Buffet in den Kellerräumen abholen – zu den Stoßzeit mit stilechtem ‚Anstehen‘. Die Auswahl ist sehr groß und jederzeit frisch. An schweren Holztischen mit ihren Spuren von massiver Gewaltanwendung, möglicherweise von frustrierten Croissant-Schmierern, kann man den Tag in der Fantasiewelt ‚Gefängnis‘ beginnen. Für Familien mit quengeligen Kindern gibt es zusätzlichen eine gepolsterte Zelle mit jeder Menge Spielzeug zum Auspowern und Beruhigen.

Im gleichnamigen Stadtteil Katajanokka kann man von hier aus sehr gut die Stadt erkunden. Die Straßenbahn in die Stadt (ca. 5min Fahrzeit) hält direkt am Gefängnis. Aber auch zu Fuß ist man schnell an der Uspenski-Kathedrale und am Marktplatz Kauppatorin, der direkt am Hafen liegt. Von dort kann man weiter Richtung Zentrum flanieren oder Ausflüge per Boot auf die vorgelagerten Inseln wie z.B. Suomenlinna machen.

Leider war nach 4 Tagen spätsommerlichen Spazierens durch die Hauptstadt Finnlands auch für uns die Zeit gekommen, die Gefängnismauern hinter uns zu lassen und die Flucht nach vorn anzutreten. Unser Aufenthalt bleibt unvergessen, so dass wir hoffen, einigen unserer Leser mit diesem Tipp etwas Lust gemacht zu haben.

Achso, ob die Gardinen nun aus Schweden oder doch Finnland waren, konnte schlussendlich nicht festgestellt werden. Wer ähnliche Hoteltipps sucht, dem empfehlen wir den folgenden Artikel aus der Welt: Ungewöhnliche Hotels

Fazit: Ein erstklassiges 4-Sterne-Hotel ‚fast‘ im Herzen Helsinkis. Ein unbeschwerter Aufenthalt gepaart mit außergewöhnlichem Ambiente lässt dieses Hotel viele andere Herbergen schnell verblassen.

Homepage: http://www.bwkatajanokka.fi/

Adresse: Merikasarminkatu 1a, 00160 Helsinki, Finnland
E-Mail: reception@bwkatajanokka.fi
Tel.: +358 (09) 686450

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